Es war einer der größten Pokalabende der vergangenen Jahre. Im DFB-Pokal-Achtelfinale der Saison 2020/21 empfing Zweitligist Holstein Kiel den amtierenden Triple-Sieger Bayern München. Die Rollen schienen eindeutig verteilt: Der Rekordmeister um Manuel Neuer, Thomas Müller und Robert Lewandowski reiste als haushoher Favorit an die Förde.
Zunächst schien alles seinen erwarteten Lauf zu nehmen.
Serge Gnabry brachte die Münchner früh in Führung. Doch der Deutsche Meister von 1912 ließ sich davon nicht beeindrucken. Fin Bartels glich noch vor der Pause aus und sorgte für eine der ersten Überraschungen des Abends.
Auch nach der erneuten Bayern-Führung durch Leroy Sané kämpfte der Außenseiter unermüdlich weiter. Während der Nachspielzeit traf Abwehrspieler Hauke Wahl nach einer Flanke mit der Schulter zum erneuten Ausgleich. Unter normalen Umständen hätte das Holstein-Stadion jetzt einem Tollhaus geglichen. Doch das Spiel, Anfang 2021 war ein Geisterspiel.
In der Verlängerung blieb ein weiterer Treffer aus.
Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen. Während die Kieler Schützen eiskalt verwandelten, scheiterte Marc Roca mit dem letzten Münchner Versuch an Torhüter Ioannis Gelios. Holstein Kiel gewann das Elfmeterschießen mit 6:5 und sorgte für die größte Pokalüberraschung seit vielen Jahren.
Denn der Erfolg war weit mehr als nur eine Sensation. Er zeigte einmal mehr, warum der DFB-Pokal seinen besonderen Reiz besitzt: An einem perfekten Abend kann auch ein Zweitligist den besten Verein Europas bezwingen. Für Holstein Kiel war der Sieg einer der größten Moment der jüngeren Vereinsgeschichte. Für den FC Bayern München hingegen ein seltenes und schmerzhaftes frühes Pokal-Aus.
