Wie Bayer 05 Uerdingen den DFB-Pokal gewann


Heute ist der KFC Uerdingen ein Verein, der zwischen Regionalliga und Oberliga pendelt. Dazu kommen regelmäßige Berichte über finanzielle Probleme. 1985 hieß der Klub noch Bayer 05 Uerdingen und gewann tatsächlich den DFB-Pokal.

Im Sommer 1985 erlebte der deutsche Fußball ein Pokalfinale, das heute fast wie ein Märchen wirkt. Der damalige FC Bayer 05 Uerdingen – erst wenige Jahre zuvor in die Bundesliga aufgestiegen – traf im DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion auf den haushohen Favoriten FC Bayern München. Während die Münchner mit Stars wie Lothar Matthäus, Klaus Augenthaler und Dieter Hoeneß antraten, galt Uerdingen eher als sympathischer Underdog vom Niederrhein.

Es war das Finale, das Berlin zum Endspielort machte!

Obwohl Uerdingen 1985/85 die ganze Saison in der Bundesliga um die Plätze im UEFA-Pokal mitspielte. Immerhin 15 Spieltage lag die zweite Mannschaft aus dem Bayer-Konzern unter den ersten Fünf. Erst am 33. Spieltag sollte Bayer 05 Uerdingen (nach dem gewonnenen Pokalfinale) aus den Europapokal-Rängen fallen. Denn das stieg schon am 26. Mai 1985 – nach dem 31. Spieltag. Und tatsächlich, im Finale schrieb der Klub, der später in KFC Uerdingen umbenannt wurde, Vereinsgeschichte.

Denn das Team um Friedhelm Funkel, Wolfgang Funkel und Matthias Herget zeigte keine Angst vor den Bayern und hielt das Spiel lange offen. Auch wenn die Bayern durch Dieter Hoeneß bereits in der achten Minute in Führung gingen. Doch etwas überraschend glich das von Karl-Heinz Feldkamp trainierte Team aus dem Bayer-Konzern schon eine Minute später aus. Mit 1:1 ging es in die Halbzeitpause. Und kurz nach dem Pausentee sah Wolfang Dremmler von den Bayern für ein grobes Faulspiel in der 48. Minute die rote Karte.

Bayer 05 Uerdingen gewann den DFB-Pokal 1985

Das veränderte das Spiel. In der 68. Minute schoss Wolfgang Schäfer das 2:1 für Uerdingen. Doch egal, wie der FC Bayern in der verbleibenden Spielzeit auch auf den Ausgleich drängte, es half nichts. Torwart Werner Vollack war nicht mehr zu bezwingen. Und so feierte am Ende der Außenseiter vom Niederrhein den Gewinn des DFB-Pokals. Für Uerdingen war dieser Triumph das sportliche Highlight einer bewegten Historie. Mit dem Erfolg legten die 13 eingesetzten Spieler die Grundlage für eine weitere Pokalsensation.

Ich denke, dass wir das legendäre „Wunder von der Grotenburg“ 1986 im Europapokal gegen Dynamo Dresden irgendwann auch hier im Blog haben werden. Trotzdem trennte sich die Bayer AG vom Verein, der seitdem als KFC Uerdingen 05 antritt. Ohne das Geld aus Leverkusen war auf Dauer in Krefeld kein Profi-Fussball mehr möglich. Es folgte ein Abstieg, der den Verein zeitweilig sogar hinab in die sechste Liga führte. Trotzdem bleibt der Pokalsieg von 1985 unvergessen. Es war ein Tag, an dem der Außenseiter den großen FC Bayern bezwang und Fußballromantik in Reinform schrieb.


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